Finanzierung & Aval
Zahlungsbürgschaft
Die Zahlungsbürgschaft sichert dem Leistenden zu, dass er seine Vergütung erhält, auch wenn der Auftraggeber oder Käufer nicht zahlt. Sie stärkt die Sicherheit einer Liefer- oder Leistungsbeziehung, ohne dass Vorkasse verlangt werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
Definition
Sichert dem Leistenden die Zahlung zu, falls der Auftraggeber oder Käufer seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt.
Zielgruppe
Unternehmen, die auf Wunsch eines Lieferanten oder Leistungserbringers eine Zahlungssicherheit stellen möchten oder müssen.
Typische Bürgschaftshöhe
In Höhe der abzusichernden Kaufpreis- oder Vergütungsforderung.
Größter Vorteil
Ermöglicht eine Lieferung oder Leistung auf Ziel, ohne dass der Leistende auf Vorkasse bestehen muss.
Die wichtigsten Merkmale
- Typ
- Zahlungssicherungsbürgschaft
- Begünstigter
- Leistender (Lieferant, Dienstleister)
- Bürge
- Kautionsversicherer oder Bank
- Typische Laufzeit
- Bis zur vollständigen Zahlung der abgesicherten Forderung
- Bearbeitungszeit
- In der Regel wenige Werktage
- Digitale Ausstellung
- Möglich
- Bankkreditlinie wird belastet?
- Nein – über einen Avalrahmen des Kautionsversicherers
In sechs Schritten zur Zahlungsbürgschaft
Von der Auftragserteilung bis zum Projektstart – so entsteht die Bürgschaft.
- 1
Liefer- oder Leistungsvereinbarung
Der Leistende verlangt für eine Lieferung oder Leistung auf Ziel eine Zahlungssicherheit.
- 2
Bürgschaft beantragen
Der Auftraggeber beantragt die Zahlungsbürgschaft beim Bürgen.
- 3
Prüfung
Bonität und Unterlagen werden geprüft und die Bürgschaftshöhe bestätigt.
- 4
Ausstellung
Die Bürgschaftsurkunde wird ausgestellt – auf Wunsch digital.
- 5
Übergabe an den Leistenden
Die Urkunde wird dem Leistenden als Zahlungssicherheit übergeben.
- 6
Zahlung & Rückgabe
Mit vollständiger Zahlung der Forderung wird die Bürgschaft zurückgegeben.
So funktioniert es in der Praxis
Großabnehmer sichert Lieferbeziehung ab
Ein Großabnehmer möchte regelmäßig auf Ziel beziehen. Der Lieferant verlangt hierfür eine Zahlungssicherheit anstelle von Vorkasse.
Statt Vorkasse zu leisten, stellt der Großabnehmer eine Zahlungsbürgschaft – die Liquidität bleibt im Unternehmen, die Lieferbeziehung ist für beide Seiten abgesichert.
- Vereinbartes Bestellvolumen
- 150.000 €
- Geforderte Sicherheit
- 100 %
- Zahlungsbürgschaft
- 150.000 €
- Vorkasse
- Entfällt
Ihre Vorteile auf einen Blick
Liquidität sichern
Keine Vorkasse nötig – die Zahlung erfolgt regulär auf Ziel.
Banklinie frei
Über den Avalrahmen bleibt die Kreditlinie der Hausbank unberührt.
Schnelle Ausstellung
Die Bürgschaft wird kurzfristig und auf Wunsch digital gestellt.
Verlässlicher Geschäftspartner
Eine anerkannte Sicherheit stärkt das Vertrauen in der Lieferbeziehung.
Typische Einsatzbereiche
- Groß- & Außenhandel
- Industrie
- Produktion & Fertigung
- Logistik
- Bau
- Dienstleistung
Häufige Fehler & Expertentipp
Häufige Fehler
- Die Bürgschaftshöhe nicht an das tatsächliche Bestell- oder Leistungsvolumen anpassen.
- Zahlungsfristen im Liefervertrag nicht mit der Laufzeit der Bürgschaft abstimmen.
- Bei steigendem Bestellvolumen die Bürgschaftshöhe nicht rechtzeitig anpassen lassen.
- Die Rückgabe nach vollständiger Zahlung nicht aktiv einfordern.
Expertentipp
Bei wiederkehrenden Lieferbeziehungen lohnt sich eine auf das durchschnittliche Bestellvolumen abgestimmte, revolvierend nutzbare Zahlungsbürgschaft statt wiederholter Einzelvereinbarungen.
Häufige Fragen
Grundlagen zu Bürgschaften und Avalen – neutral erklärt.
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